Koffein

26. August 2009 von schattenkind

Ruhelos, rastlos streicht man die kalten Zimmerwände mit den Augen ab, die Müdigkeit scheint überwältigend und dennoch bleibt der Schlaf verwehrt. Der Blick wandernd in der bedrückenden Kargheit des Abends, während von draußen wieder Nachbars wütende Schreie ertönen, weil die Katze mal wieder in den Garten geschissen hat.
Einigen Leuten kann man es nie Recht machen, am Wenigsten sich selbst, wenn man sich gelangweilt, frustriert der eigenen Lethargie hingibt ohne wirklich die Augen schließen, abschalten, vergessen zu können.
Tausend rohe Gedanken, ungeschliffen, unbearbeitet, die verweilen und in beängstigender Selbstständigkeit ihre Netze aus Verwirrung und Angst spinnen.
Im Schlaf werden diese Gedanken zum Jäger, und die Netze zum Gefängnis.
So verharrt man, übermüdet, aus Angst sich den eigenen Emotionen hinzugeben und Kontrollverlust zu erleiden.
Ein Kaffee wird es richten, ein Kaffee und eine Zigarette, gegen die Augenränder, die untrügerisch den eigenen Verfall dokumentieren und uns das Alter ins Gesicht zeichnen. Doch der Koffein verfehlt seine Wirkung, zu oft schon wurde er als Mittel missbraucht, umsonst, vergebens.
An Tagen, an denen die Furcht zu groß ist um sich fallen zu lassen, an denen die Jäger womöglich zu Mördern werden, bleibt man lieber wach, den Blick starr auf die Wand gehaftet, als würde die ultimative Lösung des Übels aus ihr herausspringen. Doch die Wand bleibt kahl, unverändert, so kalt, so weiß, fast höhnisch strahlt sie entgegen. Sie lacht uns aus, als kenne sie das Geheimnis, das uns verborgen bleibt und wir bleiben weiterhin ruhelos, trinken Kaffee im Akkord, obwohl wir wissen, es ist sinnlos.

A. (26.08.09)

Nichts

24. Mai 2009 von schattenkind

Ich grabe,
Ich schaufle,
Ich wühle.
Doch ich finde nicht.
Unter der Erde,
Ist nur der Tod.
Ich will nach oben sehen.
Doch der Himmel ist schwarz.
Die Welt
In Dunkelheit gehüllt.
Ich suche
Antworten.
Doch ich finde
Nicht einmal die Fragen.
Ich sehe
Weder Licht
Noch Schatten.
Lediglich der Hauch von Nichts
Der mich stets begleitet
Und nie weicht.
Der mich einnimmt,
Beherrschend,
Regierend,
Dominierend;
ich komme nicht gegen ihn an.
Und unterschreibe
Mein Schicksal.
Verloren.

A. (24.05.09)

und heute sind wir besonders tiefgründig…

23. März 2009 von schattenkind

Des Nächtens wenn ich schlafen geh’,
Bist du’s den ich vor meinen Augen seh’.
Am Tage komm ich nicht zur Ruh’,
Denn mein einziger Gedanke bist du.

Wenn ich dich nicht haben kann,
Wird mir stets Angst und Bang’.
Ich bin ja so verrückt nach dir,
Ohne dich werd ich zum Tier.

Und wenn mich deine Anwesenheit erfreut
Hab ich niemals nicht gescheut
Dich auf der Stelle zu ergreifen
Und mir mit dir den Schädel vollzupfeifen.

Ich muss ja nun gestehen,
Um mich ist’s voll geschehen.
Mich hast du längst in der Tasche,
Oh du geliebte Whiskeyflasche!

A. (23.03.
09)

Hingebung

24. Februar 2009 von schattenkind

Zwei Liebende sich an den Händen halten,
Die ihren Weg stets gemeinsam gehen,
Zu zweit ihr Leben sich gestalten,
Und niemals für sich alleine stehen.

Ein unsichtbares Band der Treue
Verbindet und hält sie zusammen.
Jeden Tag das Glück aufs Neue
Zwei Herzen, die in Leidenschaft entflammen.

Doch ist Leidenschaft ein unbänd’ges Feuer
Und kann leicht die Träume überfluten.
Für den einen bleibt’s ein Abenteuer
Und lässt des and’ren Herzlein bluten.

So bleibt Zweisamkeit nur noch ein Streben,
Welches wurd’ erneut besiegt.
Und eins hat es gelehrt, das Leben,
dass man sich nur im Traume liebt.

A. (24.02.08)

Schlaflos

03. Februar 2009 von schattenkind

Schlaflos bin ich immerzu,
Schlaflos find ich keine Ruh’.
Schlaflos bin ich stets in Hast,
Schlaflos find ich keine Rast.

Einmal nur die Augen schließen,
Einmal nur die Ruhe genießen.
Doch so soll es wohl nicht sein,
Nur Unbehagen nennt sich mein.

Der Versuch in eine andere Richtung zu lenken,
Scheitert kläglich an Bedenken.
Was soll ich tun, was wär’ wohl recht?
So bleib ich wohl des Leidens Knecht.

Ungewissheit nun mich plagt,
Die Klarheit wurde wohl vertagt.
Lässt mich bitten, lässt mich flehen
Ohne irgendein Lichtlein noch zu sehen.

Schlaflos geb ich mich dir hin
Ohne zu wissen, wer ich bin.
Schlaflos lieben, schlaflos hassen,
Schlaflos bleibe ich verlassen.

A. (03.02.09)

Gräber

19. Oktober 2008 von schattenkind

Mein Herz treibt in den Fetzen deiner Erinnerung.
Ich sehe das Meer, den Ozean. Die kreischenden Möwen, die ihre routinierten Kreise ziehen, auf der Lauer nach Beute.
Ich sehe, wie der Wind leichte Wellen ins Wasser schlägt und die Boote schaukeln lässt.
Ich höre die Klänge des Wassers, das Tausende von Geschichten mit auf seinen Grund nimmt.
Ich kann die Salzluft schmecken -
Ich sehe die Welt.
Doch ich kann das Meer nicht mehr spüren.
Die Wellen klatschen taktlos an die Boote.
Die Melodie des Meeres ist verzerrt, seine Geschichten eingehüllt wie Gräber.
Ich fühle nichts.
Tag und Nacht unterscheiden sich nicht mehr, wenn im Herzen ständige Dunkelheit weilt.
Dein Bild wird blasser, das Meer und die Wellen treiben es mit sich fort. Nehmen es mit auf die Gründe des Ozeans und verschließen es in ihren Geheimnissen, bis es für mich nur noch die Erinnerung ist, die niemals vergänglich sein wird.
Und mit ihr verbleibt die bedrückende Leere, die sich in mir ausbreitet wie ein Lauffeuer im Wald.
Die Möwen sind die Geier meiner verrottenden Seele.
Aas.
Sie nähren sich an deiner Abwesenheit - während ich mich darin verliere.

A. (19.10.08)

Schizo

10. Oktober 2008 von schattenkind

Schizo

Was ich nicht halten kann,
Mir unvermeidbar ist entwischt,
Was frei sein will und bleiben wird
Hat mich einst so sehr erfrischt.

Doch nun ist’s nur noch ein Schatten
Der mich stets begleitet und nie weicht
Immerzu umgibt er mich
Selbst bis mich die Dunkelheit erreicht.

Und selbst die will nicht verweilen,
Bin ihr ganz und gar zuwider
Bis auch sie die Flucht ergreift
Und ich leg mich im Nichts still nieder.

Kann nicht finden was ich suche
Kann nicht hören was ich will,
Kann nicht sehen was ich wünsche
Kann nicht sprechen, bin gar still.

Mein Körper ist vom Geist getrennt,
Im Spiegel seh’ ich mich nicht mehr
Frag mich, wo ich mich befinde
Innerlich bin ich nur leer.

Realitätsverlust sagen die einen,
Die anderen manisch depressiv
Doch all das will ich nicht hören
Gesunken nun schon viel zu tief.

Ich bin ich, das weiß ich jetzt
Doch wer ich bin, das weiß ich nicht
Stets auf der Suche nach dem Sinn
Doch die Welt lacht mir ins Gesicht.

Wie soll ich euch Vertrauen schenken
Wenn Spott lauter wird als all der Rest?
Wie soll ich einen Anker finden
Wenn gar niemand mich hält fest?

So geh ich für mich meinen Weg
Von dem ich nicht weiß wohin
Weiter auf der Suche nach der Antwort
Auf die Frage wer ich war und wer ich bin.

A. (10.10.08)

eins zwei apfelbrei

06. Oktober 2008 von nada

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