Archiv für die Kategorie ‘text’

Schlaf…

Samstag, 06. Februar 2010 von TK

Und jede Nacht der gleiche Traum,
wo bist du nur mein Frieden,
warum bist du gegangen,
was hab ich getan das ich nicht schlafen kann,
was hat dich vertrieben,
der wache Geist der mich vernichtet,
trägt den Willen auf den Schultern,
frage nicht, sagt er,
und wieder drehe ich mich um und warte,
ist dies richtig,
bringt es mir Frieden,
und ich schließe die Augen,
und horche in den Raum…

Schizophrenie

Freitag, 20. November 2009 von schattenkind

Unerbittlich das Verlangen
Furchtvoll ums Überleben bangen.

Hilfeschreie im Winde verwehen.
Zitternd, flehend untergehen.

Die Lust nach Blut sie schreit in Dir
Die Lust zu Töten verlangt nach mir.
Laufen, flüchten, immerzu.

Mein Verfolger, das bist Du.

Ich flehe um einen weiteren Atemzug
Doch riecht es bitter nach Betrug.

Die Frist wurde nicht gewährt
Dir zu trauen war verkehrt.

Ich laufe ziellos durch die Nacht,
Die letzten Stunden in Furcht verbracht.

Von der Angst immerzu geplagt
Und von deinem Blutdurst stets gejagt.

Die Befürchtung durch dich zu sterben,
Treibt mich sicher ins Verderben.

Ein letztes Mal die Flucht gewagt,
Doch kläglich habe ich versagt.

Die Hoffnung dir endlich zu entkommen,
Wird mir mit einem Mal genommen.

Denn ich dreh mich um, seh dein Gesicht
Und ich weiß, das bist Du nicht.

Deine Lippen, deine Augen,
Völlig kalt und ohne Glauben.
Plötzlich geht‘s nicht mehr um Dich,
Denn mir gegenüber, da steh nur Ich.

A. (20.11.09)

Alltagsgedanken

Donnerstag, 05. November 2009 von schattenkind

Wie beginnt man einen Text, der die Poesie des Lebens wiedergeben soll? Oder besser gesagt, widerspiegeln.
Das hier ist ihre Geschichte. Ihr Leben. Und auch, wenn kein Wort der Welt auch nur annährend ihr Leben, ihr Wesen, ihr Sein zu beschreiben vermag, so möchte ich doch versuchen, diesen Zeilen die Würde zu verleihen, die ihnen gebührt.
Es mag vielleicht nicht sonderlich schwer fallen, über Einzigartigkeit zu berichten. Doch soll dies kein Bericht sein. Es soll tiefer gehen, berühren.
Im Alltag des Achterbahn Fahrens kann sich wahrscheinlich jeder ein klein wenig wiedererkennen. Aber nur, wer bereit ist, der Melodie des Lebens zu lauschen wird diese Achterbahn als Weg erkennen, der nicht nur eine Richtung mitgibt, sondern auch hilft, das Herz zu führen.

Für sie spielte Schönheit eine bedeutsame Rolle. Wenn nicht war es sogar die bedeutsamste Rolle. Im Grunde drehte sich alles um Schönheit. Doch ich spreche nicht von der Schönheit, die lediglich mit dem Auge erfassbar ist. Schönheit strahlt von innen heraus.
Das Herz sieht mehr als jedes noch so scharfe Auge. Das Herz sieht tiefer. Es erkennt.
Die Erfahrung lehrte sie, dass viele Menschen nicht bereit waren, mit ihrem Herzen zu sehen. Mit dem Herzen zu sehen ist nicht immer leicht. Manchmal kostet es viel Zeit. Überwindung. Das Herz lügt nicht. Doch viele fürchten sich vor der Wahrheit.
Sie hatte stets großen Respekt vor denen, die den Glanz in ihren Augen noch nicht verloren hatten. Die den Blick nicht abwendeten. Die, die nach der Farbe des Himmels fragten und nicht nach der Uhrzeit.
Sie selbst hatte diesen Glanz bis an ihr Lebensende behalten. Sie sah sich nie als Opfer, sondern stets als Abenteurer. Das machte sie stark.
Man muss sich mit dem Leben arrangieren. Und wenn man lernt, es zu verstehen, mit ihm umzugehen - dann kann man lernen es tatsächlich zu leben und auch zu lieben.
Sie wusste, dass der Schmerz oft präsent sein würde. Dass er dazu gehörte und dass er Teil des Ganzen war. Aber ihn zu akzeptieren machte es leichter, mit ihm umzugehen. Wenn er da war, dann nahm sie ihn an.
Ich erinnere mich, wie sie mit ihm umging. Sie drehte und wendete ihn, sie betrachtete ihn von allen Seiten und manchmal wandte sie sich nachts stundenlang von rechts nach links, weil er sie nicht schlafen ließ.
Es gab Tage, da schien es, als sei er stärker als sie. Der Glanz in ihren Augen flackerte dann gefährlich, bis er das ganze Auge ausfüllte um sich dann in Tränen zu verwandeln.
In diesen Momenten hatte ich Angst. Ich fürchtete mich davor, dass die Tränen ihren Glanz mit sich nahmen und ihn fortschwemmten.
Doch ich irrte mich. Der Schmerz beherrschte sie nicht. Einmal sagte sie lächelnd zu mir:

“Stehe einmal vor Morgengrauen auf und beobachte den Sonnenaufgang. An einem anderen Tag wirst du ihn vielleicht nicht um die gleiche Zeit sehen und dich wundern, wo er bleibt. Womöglich wird es etwas länger dauern, bis es soweit ist. Aber die Sonne ist nicht fort. Sie hält sich nur eine Weile versteckt.”

Vielleicht bedarf es manchmal einer Finsternis, um die Sonne wieder in ihrer vollen Pracht zu erfassen und sie nicht als alltägliches Präsent abzutun.

Angefangen hat ihre Geschichte eher tragisch. Als ich sie kennen lernte, war sie einsam und die Traurigkeit in ihrem Blick war überwältigend. Zu dieser Zeit habe ich sie niemals weinen sehen. Ich frage mich heute noch, wie ein Mensch seine Tränen so zurückhalten kann. Aber sie schien nicht das Bedürfnis zu haben, zu weinen. Ihr Herz war traurig, doch schien ihr Körper so ausgetrocknet, dass er nicht die Fähigkeit besaß, sie weinen zu lassen. Sie war gefangen in sich selbst, so schien es. Ein Vogel im Käfig, dem erst das Fliegen verboten wurde, und dann das Singen. Sie tat mir Leid. Ich wollte sie halten, ich wollte ihr Anker sein und ihr Kraft geben. Aber zu diesem Zeitpunkt verstand ich noch nicht, dass Mitleid keine Hilfe, keine Stütze bedeutete.

„Ich wollte keine Hilfe, kein Mitleid. Wie soll ich mir selbst Kraft geben, wenn sie mir durch andere zukommt? Was, wenn die Anderen wieder verschwinden, wenn sie wieder aus meinem Leben treten? Mein Pfahl ist weg, die Krücken weggetreten, ich falle zu Boden und vermag nicht mehr aufzustehen. Wie sollen andere mich halten, wenn ich es selbst nicht kann? Wie soll es weitergehen, wenn ich wieder allein bin? Menschen sind nicht treu. Ich kann nicht erwarten, dass jemand auf ewig den Laster meines Ankers auf sich nimmt. Ich kann keine Kräfte von jemandem in Anspruch nehmen, die ich selbst nicht besitze. Nicht die Anderen müssen für mich stark sein. Ich muss für mich stark sein.“

So dachte sie damals. So dachte sie lange Zeit. Ich habe sie leiden sehen, Tag für Tag. Es zerbrach mir das Herz, ihrem leeren Blick und der Verzweiflung, die Bände aus ihren Augen sprach, entgegenzusehen und nichts tun zu können. Ich wollte ihr die Hand reichen, meine Hand, ich wollte sie glücklich machen, ein Lächeln auf ihre Lippen zaubern. Aber sie verwehrte sich mir. Sie nahm meine Hand nicht, sie stieß sie weg und wandte sich ab. Sie lebte für sich, sie begegnete anderen Menschen mit Akzeptanz und Freundlichkeit, aber sie waren kein Teil ihres Lebens. Sie ließ niemanden eindringen, wie ein Wachhund verteidigte sie ihre Seele gegen Furcht und Enttäuschung und der Angst, den anderen zum Laster zu werden.
So war das Einzige, was mir blieb, sie anzusehen und da zu sein. Sie akzeptierte meine Anwesenheit, aber ich merkte, wie egal es ihr im Grunde war. Ich habe sie geliebt, ich tue es immer noch, aber sie verweigerte mir jede noch so leichte Berührung. Es schien eine unsichtbare Mauer zwischen uns zu existieren, ihr Schutzwall, ihr Panzer. Ihr Leben war ein Geheimnis, sie war ein Geheimnis, dessen Enthüllung mir verwehrt blieb. Ich kannte ihre Lebensgeschichte, aber sie sprach nie darüber. Wenn etwas vorgefallen war, wusste ich es genau, obwohl sie stets ihr Schweigen bewahrte. Ich sah es an ihrem Blick, der sich sehnlichst zu wünschen schien, die längst überfälligen Tränen zu entladen und es doch nicht konnte. Der flackernde Glanz von heute zeigte sich damals nie. Ihre Augen waren stets kalt, eisblau schimmerten sie mir entgegen, fast ausdruckslos, aber etwas war da, was ihren Schmerz überführte. Wieder und wieder hatte ich den Reflex nach ihren Händen zu greifen, doch noch in der Bewegung hielt ich inne und zog die meinen wieder zurück. In diesen Momenten wich sie vor mir zurück und fixierte Punkte in der Ferne und ich spürte wieder Verzweiflung in mir aufkommen, weil ich das Gefühl hatte, sie wieder ein Stück von mir fortgetrieben zu haben. Manchmal hatte ich den Eindruck, sie entfernte sich umso mehr von mir, desto mehr ich ihr zu helfen versuchte. Ich wusste nicht mehr, was ich tun sollte. Nachts war ich allein und schrie aus Verzweiflung darüber, dass sie so unglücklich und ich hilflos war, etwas dagegen unternehmen zu können.

Eines Tages sah sie mich an, sie sah mich an mit ihren eisblauen Augen und dem kalten Ausdruck, den ich schon so oft gesehen hatte. Schon in dem Moment, bevor sie begann zu sprechen, wusste ich, was sie mir sagen wollte und es schnürte mir die Kehle zu. Ich spürte ein schmerzhaftes Ziehen im Bauch und zog so heftig an meiner Zigarette, dass ich zu husten begann.

„Ich kann nicht bleiben. Ich sehe, dass du unglücklich bist, und der Grund dafür bin ich. Ich möchte dich nicht unglücklich machen. Du kannst mir nicht helfen, und noch weniger hilft es dir selbst, wenn ich hier bin. Du solltest so ein Leben nicht leben, und nicht meinen Schmerz zu deinem machen.“

Als sie geendet hatte, war mir, als wollten ihre Hände nach den meinen greifen. Ich weiß nicht, ob ihre Finger tatsächlich kurz gezuckt haben oder ob ich es mir eingebildet habe, doch dann kehrte sie mir den Rücken und ging. Ich wollte sie zurückrufen, doch meine Stimme versagte, ich streckte die Hand nach ihr aus und sank hilflos auf die Knie. Ich versuchte mich zusammen zu reißen und erklärte ihr, dass ein Leben in Trauer mit ihr tausendmal lebenswerter und erfüllter sei als ein Leben in Sehnsucht ohne sie. Sie drehte sich kurz zu mir um und sah mich an. Da entdeckte ich das erste Mal einen feinen Glanz in ihren durchdringenden Augen. Sie schüttelte kaum merklich den Kopf, sah mir noch einmal tief in die Augen, um sich dann umzudrehen und mich zurückzulassen.

…to be continued

Horizont

Dienstag, 27. Oktober 2009 von schattenkind

Die Welt ist falsch, wir sind nicht echt,
Für Lügen, Trügen Schmeicheleien
Auf dass wir werden der Gesellschaft recht
Tun wir die eig‘ne Ehrlichkeit entweihen.

Was einst war ist heut nicht mehr,
Vergangenheit heißt hier vergessen
In dieser Welt kümmerts keinen mehr,
Von der Illusion sind sie besessen.

Wir passen uns der Masse an,
die jegliche Farbe hat verloren
Was mehr und mehr an Grau gewann
Wurd für die Heuchelei bereits geboren.

Ein einz’ges Licht am Horizont
Gar schwächlich strebt es auf mich zu.
Vertreibt dann doch Gewitterfront
Und ich weiß, dies Licht bist Du.

A. (27.10.09)

Irrsinn.

Donnerstag, 17. September 2009 von schattenkind

Mein Herz ist ein zerstörter Ort
Meine Seele liegt in Scherben.
Ich wünsche mich nur von hier fort,
Fern von Irrsinn und Verderben.

Ein Chaos voller Fragen und Gedanken,
Ein Geist verirrt und allein gelassen,
Der Tod leckt grausam seine Pranken
Und ich beginn mich selbst zu hassen.

Wer strebt nach Liebe, Licht und Herrlichkeit
Bekommt Enttäuschung nur als Lohn.
Zurück bleibt Schmerz und Wut und Leid
Und eine spottende Welt so voller Hohn.

Gähnend strahlt der Abgrund mir entgegen,
Doch meine Schritte sind zu kurz gewählt,
Ich frage mich warum, weswegen,
Wird die Seele bis zum Tode bloß gequält.

Mein Herz verkümmert und es weint
Es wurd getreten und geschlagen
Meine Gedanken im Nichts vereint
So will ich den großen Schritt nun wagen.

A. (17.09.09)

Nichts

Sonntag, 24. Mai 2009 von schattenkind

Ich grabe,
Ich schaufle,
Ich wühle.
Doch ich finde nicht.
Unter der Erde,
Ist nur der Tod.
Ich will nach oben sehen.
Doch der Himmel ist schwarz.
Die Welt
In Dunkelheit gehüllt.
Ich suche
Antworten.
Doch ich finde
Nicht einmal die Fragen.
Ich sehe
Weder Licht
Noch Schatten.
Lediglich der Hauch von Nichts
Der mich stets begleitet
Und nie weicht.
Der mich einnimmt,
Beherrschend,
Regierend,
Dominierend;
ich komme nicht gegen ihn an.
Und unterschreibe
Mein Schicksal.
Verloren.

A. (24.05.09)

und heute sind wir besonders tiefgründig…

Montag, 23. März 2009 von schattenkind

Des Nächtens wenn ich schlafen geh’,
Bist du’s den ich vor meinen Augen seh’.
Am Tage komm ich nicht zur Ruh’,
Denn mein einziger Gedanke bist du.

Wenn ich dich nicht haben kann,
Wird mir stets Angst und Bang’.
Ich bin ja so verrückt nach dir,
Ohne dich werd ich zum Tier.

Und wenn mich deine Anwesenheit erfreut
Hab ich niemals nicht gescheut
Dich auf der Stelle zu ergreifen
Und mir mit dir den Schädel vollzupfeifen.

Ich muss ja nun gestehen,
Um mich ist’s voll geschehen.
Mich hast du längst in der Tasche,
Oh du geliebte Whiskeyflasche!

A. (23.03.
09)

Hingebung

Dienstag, 24. Februar 2009 von schattenkind

Zwei Liebende sich an den Händen halten,
Die ihren Weg stets gemeinsam gehen,
Zu zweit ihr Leben sich gestalten,
Und niemals für sich alleine stehen.

Ein unsichtbares Band der Treue
Verbindet und hält sie zusammen.
Jeden Tag das Glück aufs Neue
Zwei Herzen, die in Leidenschaft entflammen.

Doch ist Leidenschaft ein unbänd’ges Feuer
Und kann leicht die Träume überfluten.
Für den einen bleibt’s ein Abenteuer
Und lässt des and’ren Herzlein bluten.

So bleibt Zweisamkeit nur noch ein Streben,
Welches wurd’ erneut besiegt.
Und eins hat es gelehrt, das Leben,
dass man sich nur im Traume liebt.

A. (24.02.08)

Schlaflos

Dienstag, 03. Februar 2009 von schattenkind

Schlaflos bin ich immerzu,
Schlaflos find ich keine Ruh’.
Schlaflos bin ich stets in Hast,
Schlaflos find ich keine Rast.

Einmal nur die Augen schließen,
Einmal nur die Ruhe genießen.
Doch so soll es wohl nicht sein,
Nur Unbehagen nennt sich mein.

Der Versuch in eine andere Richtung zu lenken,
Scheitert kläglich an Bedenken.
Was soll ich tun, was wär’ wohl recht?
So bleib ich wohl des Leidens Knecht.

Ungewissheit nun mich plagt,
Die Klarheit wurde wohl vertagt.
Lässt mich bitten, lässt mich flehen
Ohne irgendein Lichtlein noch zu sehen.

Schlaflos geb ich mich dir hin
Ohne zu wissen, wer ich bin.
Schlaflos lieben, schlaflos hassen,
Schlaflos bleibe ich verlassen.

A. (03.02.09)

Gräber

Sonntag, 19. Oktober 2008 von schattenkind

Mein Herz treibt in den Fetzen deiner Erinnerung.
Ich sehe das Meer, den Ozean. Die kreischenden Möwen, die ihre routinierten Kreise ziehen, auf der Lauer nach Beute.
Ich sehe, wie der Wind leichte Wellen ins Wasser schlägt und die Boote schaukeln lässt.
Ich höre die Klänge des Wassers, das Tausende von Geschichten mit auf seinen Grund nimmt.
Ich kann die Salzluft schmecken -
Ich sehe die Welt.
Doch ich kann das Meer nicht mehr spüren.
Die Wellen klatschen taktlos an die Boote.
Die Melodie des Meeres ist verzerrt, seine Geschichten eingehüllt wie Gräber.
Ich fühle nichts.
Tag und Nacht unterscheiden sich nicht mehr, wenn im Herzen ständige Dunkelheit weilt.
Dein Bild wird blasser, das Meer und die Wellen treiben es mit sich fort. Nehmen es mit auf die Gründe des Ozeans und verschließen es in ihren Geheimnissen, bis es für mich nur noch die Erinnerung ist, die niemals vergänglich sein wird.
Und mit ihr verbleibt die bedrückende Leere, die sich in mir ausbreitet wie ein Lauffeuer im Wald.
Die Möwen sind die Geier meiner verrottenden Seele.
Aas.
Sie nähren sich an deiner Abwesenheit - während ich mich darin verliere.

A. (19.10.08)